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DIE ERSTEN SONGS FÜR OSLO SIND FERTIG

Veröffentlicht am 11.08.2009 um 21:30 Uhr

Während die Vorbereitung für den 55. Eurovision Song Contest 2010 laufen, wurden die ersten Songs bereits geschrieben. Hier ein Artikel von Dr. Irving Wolther.

Seinem großen Traum von der ESC-Teilnahme ist der Hobby-Musikproduzent Stefan Engel am 1. August ein ganzes Stück näher gekommen. In einem Tonstudio im nordrhein-westfälischen Castrop-Rauxel veranstalteten er und Profi-Producer Marcus Seiler den ersten ESC-Workshop unter dem Motto „One World, One Dream“. So lautet auch der Arbeitstitel des Musikprojekts, das Engel für den Song Contest 2010 in Oslo vorbereitet. Nach bewährtem Ralph-Siegel-Konzept sollen dort sechs junge Künstler aus fünf Nationen den Frieden in der Welt beschwören.

Engel hat die Interpreten und ihre Entourage auf eigene Kosten aus Estland, Litauen, Malta, Montenegro und Deutschland einfliegen lassen. „Ich kann nicht singen, ich kann kein Instrument spielen, ich kann keine Noten lesen – die einzige Möglichkeit, am ESC teilzunehmen, ist für mich als Texter und Produzent“, erklärt der 46-Jährige freimütig. Und um dieses Ziel zu erreichen, hat der bekennende Fan keine Kosten und Mühen gescheut. Handverlesene Gäste und Pressevertreter konnten die Entstehung von vier neuen Songs während des Workshops hautnah mitverfolgen.

Nachdem die Künstler in die Mechanismen der Eurovisions-Maschinerie eingeweiht wurden, ging es ins Aufnahmestudio. Für die 17-jährige Malteserin Thea Saliba eine Routineangelegenheit: Sie ist seit ihrer Teilnahme am Junior-ESC in ihrer Heimat ein gefeierter Star und hat schon zahlreiche Hitparadenerfolge vorzuweisen. Anders die Estin Christa Karu, die sich für den Workshop zum ersten Mal in ein Flugzeug gesetzt hat. Für die 22-Jährige, die ihr Land noch nie zuvor verlassen hat, sind die Aufnahmen ein großes Abenteuer. Die Kölnerin Randi Knobloch und der Halb-Montenegriner Ron Koprivica sind mit den Studioabläufen dagegen vertraut.

Neben einem gemeinsamen Song wurden bei dem Workshop auch Solotitel für die maltesische und litauische Vorentscheidung produziert, wo die 17-jährige Austeja Jelinskaite mit einer Pop-Ballade ihr Glück versuchen will. Ihre beeindruckende Stimme konnte sie am Abend während eines Live-Konzerts unter Beweis stellen, bei dem alle Interpreten sich den interessierten Fans und Pressevertretern vorstellen durften. Der sechste im Bunde, der Münchener Christian Deussen, sang bei dieser Gelegenheit „Lady“, den bislang größten Erfolg Engels beim ESC: 2008 schrammte der Titel im litauischen Viertelfinale nur knapp an der Qualifikation vorbei.

Die vier neu produzierten Beiträge wurden den neugierigen Konzertgästen allerdings vorenthalten, um nicht gegen das Vorveröffentlichungsverbot der EBU zu verstoßen. Neben Malta und Litauen will das Produzententeam sein Glück in einer Anzahl weiterer Länder versuchen, doch erst wenn die Teilnahmebedingungen sämtlicher Vorentscheidungen feststehen und die Vorabsichtung der nationalen Fernsehanstalten abgeschlossen ist, wird sich zeigen, ob und wo die Songs Made in Germany um einen Startplatz in Oslo konkurrieren dürfen.

Im Umgang mit der Presse kamen Engel die Erfahrungen zugute, die er als akkreditierter Fan in Kiew, Athen, Helsinki, Belgrad und Moskau gesammelt hat. „Ich habe die Pressekonferenzen, Partys und Events sehr genau verfolgt und mir vieles abgeschaut“, erklärt der Hamburger. So wurden aufwändig gestaltete Pressemappen und CDs verteilt, während fleißige Helferlein für das leibliche Wohl der Gäste sorgten. Auch vom NDR hat sich Engel etwas abgeguckt: Damit das Team bei den Shootings immer geschlossen in Richtung Kamera blickte, stellte sich Engel hinter die Fotografen und gab Anweisung, auf seine Hand zu schauen. „Das habe ich von Frau Bents, der Head of Press des NDR – die Deutschen sind die einzigen, die das so professionell handhaben.“

Mit freundlicher Genehmigung von Dr. Irving Wolther